Vor einigen Wochen hat mir mal jemand aufgebracht von einer Begebenheit mit einer anderen Person berichtet, etwas, was nicht sonderlich angenehm klang.
Die Schilderung endete mit „Da steh ich drüber!“. Und das hat mich nachdenklich gemacht …
 
Ein paar Tage später war ich durch etwas verletzt, was jemand anderes gemacht hatte. Eine Kleinigkeit. Ich habe darüber nachgedacht und dann kam in mir das hier hoch: „Da steh ich drüber!“
 
Pff, als würde mich so was verletzen. So eine Lappalie. So eine Kleinigkeit. Als hätte die andere Person diese „Macht“ über mich.
Das wollte ich nicht. Und mit meinem „Da steh ich drüber!“, dass ich an mich selbst gerichtet hatte, hab ich das erstmal schön weggeschoben.
 
Woran liegt es denn, dass wir uns so verhalten? Klar, wir wollen ja irgendwie auch ein schönes, friedliches, fröhliches und entspanntes Leben haben. Aber ist wegschieben und schönreden eine gute Variante?
 
Hier mal ein paar Beispiele:
 
Jetzt gerade sitze ich hier und bin zum Networking verabredet, schön im Garten. Ich hab mir die Zeit freigehalten und mich drauf eingestellt: 11 Uhr. Um 11:18 hab ich angefangen, über Werte nachzudenken und über meine neue Podcastfolge. Um 11:26 habe ich mal nachgefragt – keine Antwort.
 
 
Prima, die Zeit kann ich ja nutzen: Zum Podcastentwerfen. Und die Sonne scheint so schön – da kann ich doch auch eine schöne Runde mit meinem Hund rausgehen.
Positiv sehen und so …
Steh ich glatt drüber … Oder doch nicht?
Nee, eigentlich nicht. Einer meiner größten Werte ist nämlich Zuverlässigkeit.
Und Versetztwerden ist doch auch gar nicht so schlimm. Und der Kontakt hat doch auch bestimmt nen Grund, warum er nicht Bescheid gesagt hat …
Hm, mir fallen eigentlich nicht so viele Gründe ein, wieso ICH jemandem nicht absagen würde. Irgendwas mit Krankenhaus gehört in den meisten Fällen dazu.
Wenigstens bin ich ja Coach und kann das dann ganz gut verarbeiten. 😉 Genug Techniken kenne ich ja.
 
Oder ein anderes Beispiel, vor ein paar Tagen noch mit einer Freundin drüber ausgetauscht. Sie wurde von jemandem, den sie mag, nach einem Date gefragt und später (noch vor dem Date) stellte sich heraus, dass er irgendwie ne Freundin hat, zu Hause.
 
Dazu ist mir gleich eine eigene Situation von vor vielen Jahren eingefallen. Da hab ich während eines Projekts viel Zeit mit jemandem verbracht, oft auch zu zweit. Da wir während der Woche dort immer auf Geschäftsreise waren, haben wir ja auch unsere komplette Freizeit dort verbracht. Wir haben über alles mögliche gequatscht, auch unsere Wochenenden zu Hause. Irgendwann waren wir abends mit anderen zusammen unterwegs und plötzlich fragt eine Kollegin ihn nach seiner Freundin. Freundin? Hm, in all den Wochen hatte ICH von der noch nichts gehört.
Und, ratet mal: Da stand ich drüber.
Nach außen auf jeden Fall. Schön einen auf cool gemacht und meine Verletzung nicht gezeigt. Fand ich doch auch nicht wirklich seltsam, dass er sie bei seinen Wochenendschilderungen immer außen vorgelassen hatte. Nachgefragt habe ich nicht, wieso er das gemacht hatte. Sollte sich ja nix drauf einbilden.
Weil: Da stand ich ja drüber …
 
Das sind nur zwei Beispiele von ganz vielen verschiedenen Möglichkeiten und ich hab extra ein privates und ein jobmäßiges genommen, jeweils als Momentaufnahme. Also, die Gründe, wieso wir „drüberstehen“ sind ganz unterschiedliche … In meinen Beispielen ja zum Beispiel der Wunsch, entspannter und friedlicher und mehr wie Buddha zu sein oder dass wir dem anderen keine „Blöße“ zeigen wollen. Vielleicht wollen wir auch stärker und weniger verletzlich sein.
 
Und dir fallen vielleicht noch ganz andere Gründe ein. Vielleicht wollen wir auch nett zum anderen sein und eine Beziehung nicht belasten.
 
Gemein uns selbst gegenüber wird es halt irgendwie nur, wenn wir ja zum Beispiel eigentlich verletzt sind und uns das dann nicht mal zugestehen. Schöner ist es ja, wenn wir uns das erlauben und in diesem Moment für uns selbst dasein können. Wir können uns was Gutes tun, etwas Schönes machen. Und uns wenigstens erlauben, dass wir das gerade blöd finden. Damit fängt es an.
 
Mit dem Nettsein: zu uns selbst.
 
Ich wünsch dir schon jetzt viel Spaß dabei dein eigenes nächstes „Steh ich drüber“ zu entdecken …
 
Be happy and be light
 
Deine Janina
 
 
 
 

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