Heute gibt es hier mal eine Anleitung, wie du so richtig einen Konflikt schüren kannst.
Immer nur Konflikte vermeiden wollen ist ja auch langweilig. 
 
Heute gießen wir stattdessen Öl ins Feuer.
 
Mein absoluter Pro-Tipp ist folgendes: Bezieh dich auf KEINEN Fall auf die aktuelle Situation, wenn du Kritik äußern möchtest oder eine Bitte an jemanden richten möchtest. Sondern verallgemeinere deine Äußerung. Und ergänze AUF JEDEN FALL eins der folgenden Wörter:
  • immer 
  • wieder
  • nie
 
Klar, so heißt ja auch die Podcastfolge, oder hast du mir schon wieder nicht zugehört?
Nie passt du richtig auf!
 
Na, schon leicht gereizt, wenn ich so mit dir rede? Dann bin ich ja schon auf einem guten Weg 😉
 
Beim Erstellen dieser Folge habe ich eine kleine Umfrage gemacht und mir meine und eure Top 20 der „Lieblingskillersätze“ ausgesucht.
Falls du alleine schon wieder nicht kreativ genug bist, dir was auszudenken:
  1. „Nie machst du die Zahnpastatube zu“
  2. „Nie hörst du mir zu“
  3. „Schon wieder hast du nicht aufgepasst“
  4. „Immer kommst du zu spät“
  5. „Das hast du schon wieder in den Weg gestellt!“
  6. “Du musst immer das letzte Wort haben!“
  7. „Nie räumst du auf!“
  8. „War ja klar, dass mir das wieder passiert!“
  9. „Nie lässt du mich ausreden!“
  10. „Immer unterbrichst du mich!“
  11. „Du kriegst echt gar nix auf die Reihe!“
  12. „Du denkst nie mit! Mach doch mal was von alleine!“
  13. (stöhnend) „Du bist immer nur am Meckern!“
  14. „Das ist mal wieder typisch von dir!“
  15. „Du denkst immer nur an dich!“ 
  16. „Immer lässt du den Klodeckel oben!“
  17. „Nie räumst du deine Klamotten weg!“
  18. „Musst du dich schon wieder mit deinen Freundinnen treffen?“
  19. „Musst du schon wieder so einen Krach machen??”
  20. „Jetzt hast du das wieder nicht mit mir abgesprochen!!”

 

Ich habe mir sogar extra ein neues Verb ausgedacht: „wiedern“. Also ein Verb vom Wort „wieder“. Wie gefällt dir das so, wenn du „gewiedert“ wirst?
 
Am besten spiele ich jetzt erst mal ein bisschen beruhigende Dudelmusik, damit du nicht mehr gereizt bist, beim Weiterhören.
Den ersten Teil dieser Folge hast du hoffentlich mit ein bisschen Humor anhören können.
 
Falls du wirklich auf Krawall aus bist, hör besser jetzt nicht weiter. Falls du dich fragst, was heute mit mir los ist, vielleicht doch 😉
 
Aaaalso: 
Ich bin ja jetzt schon das 10. Jahr selbstständig und in meiner Arbeit als Coach begegnet mir auch immer wieder das Thema Kommunikation, egal, ob ich mit einem Team arbeite oder mit Einzelpersonen. Und privat natürlich auch.
Wie kommunizieren wir miteinander und wie entstehen Konflikte?
 
Wenn uns etwas an jemandem stört, sehen wir oft eher „das große Ganze“. Wir sehen also nicht den jetzigen Moment, in dem der andere etwas macht, was uns stört. Wir haben vielmehr eine ganze „Geschichte“ mit dabei. Und auch wenn wir gereizt sind, tendieren wir dazu, eine Situation zu verallgemeinern, zum Beispiel mit den Wörtern „immer“, „wieder“, „nie“ …
 
Wenn wir einen Konflikt wollen, ist das, wie eingangs beschrieben, eine 1A-Methode. Wenn wir aber etwas verändern möchten und konstruktiv mit der anderen Person sprechen wollen, hilft es viel mehr, uns auf den aktuellen Moment zu beziehen.
 
Stell dir zum Beispiel folgende Situation vor:
Deine Kollegin, die eigentlich eher unpünktlich ist, gibt sich seit Wochen Mühe, immer pünktlich zu sein.
Jetzt stand sie im Stau, hat sich furchtbar gestresst um halbwegs pünktlich da zu sein. 
 
Du bist sauer, weil sie zu spät ist und du alleine ins Meeting musstest.
Deine Reaktion: „Immer kommst du zu spät!!“
 
Hat sie jetzt noch Lust sich zu entschuldigen?
Nee, eher nicht. Ist auch kein Gespräch auf Augenhöhe, sondern ein Vorwurf, von oben herab.
 
Wenn du dich stattdessen auf diesen Moment beziehst und ihr sagst, dass du jetzt sauer bist, weil du gerade alleine ins Meeting musstest, ist sogar noch Raum dafür da, dass sie sich zerknirscht entschuldigen kann.
Jemandem zu sagen, was du im Moment empfindest, weil er oder sie dies oder das getan hat bzw. vielleicht sogar, was das für dich für eine Auswirkung hatte, ist viel mehr auf Augenhöhe – und dann ist es eventuell sogar möglich, noch ein positives Ergebnis zu erlangen.
 
Falls du dich jetzt ärgerst, dass ich schon wieder einen Tipp gegeben habe, vergiss einfach die letzten Minuten und hör nochmal en Anfang 😉
 
Und für alle anderen: Achte mal darauf, wann du was wie verallgemeinerst.  
Übrigens gilt das auch dafür, wie wir mit uns selbst reden!
 
Ich hab auf jeden Fall seit ein paar Tagen das „immer wieder nie“ im Kopf 😉
 
Viel Spaß beim Beobachten – oder halt beim Konflikte eskalieren lassen …
 
Be happy and be light
 
Deine Janina
 
 
 
 
 

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