Wir haben ganz schön viele Erwartungen, an uns und an andere. Erwartungen und Bedürfnisse.
 
In dieser Folge geht es um das, was wir gerne von anderen hätten.
Um das auch zu bekommen, ist es einmal natürlich schon hilfreich, dass wir nicht erwarten, dass andere hellsehen oder sich einfach so so verhalten, wie wir das wollen, „weil man es halt so macht“, sondern dass wir unsere Erwartungen auch klar kommunizieren. 
 
Was aber, wenn auch das nichts bringt?
Oft können wir uns selbst geben, was wir gerne von anderen hätten.
Und tatsächlich macht das unser Leben wesentlich leichter, als an anderen rumzumeckern, rumzuerziehen oder zu versuchen, sie so zu manipulieren, dass sie sich endlich so verhalten, wie wir es gern hätten.
 
Ich habe mich vor ein paar Tagen mit einer Freundin darüber unterhalten, dass sie bemerkt hat, dass sie es nervt, dass ihr Partner den Klodeckel nicht runterklappt. Wie bekommt sie ihn jetzt dazu, dass er sein Verhalten so ändert, dass er das macht? Wenn wir jetzt versuchen würden, ihn umzuerziehen, würden wir vielleicht auch die Motive angucken, wieso er das Klo einfach so offen da zurücklässt. Bemerkt er das gar nicht? Ist er faul? Ist ihm gar egal, dass ihr das wichtig ist? Wow, je mehr wir da rumstochern, desto mehr negative Emotion taucht auf … 
So richtig weiter bringt uns das auf jeden Fall nicht. Plötzlich versuchen wir sein Leben zu leben, besser halt, als er es macht.
Viel friedlicher und zielführender ist es, bei uns selbst zu schauen, also in dem Fall bei meiner Freundin: Wieso möchte sie, dass der Klodeckel unten ist? Weil das schöner aussieht. Und wie ist das, wenn du ihn selbst runterklappst, einfach nur jedes Mal für dich – und dich dann freust, dass du etwas getan hast, nur für dich – weil du es schön findest? 
Einen Versuch wert, findet meine Freundin.
Ich auch.
 
Mir ist klar, dass es nicht immer so einfach ist und viele Fälle sich dramatischer anfühlen als ein lapidarer Klodeckel. 
Aber ausprobieren schadet ja nicht. Beim Anwenden von The Work von Byron Katie gehört dazu, dass wir uns am Ende Gegenteile unserer Gedanken anschauen, so genannte Umkehrungen. 
 
Mir fehlte zum Beispiel vor kurzem eine Verabschiedung von jemandem, den ich gern hatte. Das mit dem klar Kommunizieren hatte nicht funktioniert. Hm, blöd. Und mir war es dann auch irgendwann tatsächlich zu doof, darauf zu warten, dass ich eine entsprechende Nachricht bekomme. Irgendwie wären das ja auch nur ein paar Zeichen auf meinem Handydisplay gewesen.
Ich habe mich in Ruhe hingesetzt und mir selbst einen Nachricht getippt. Einfach ein paar Sätze, mit Entschuldigung, mit Erklärung, freundlich. Unterschrieben hab ich dann mit seinem und meinem Namen. Und tatsächlich, beim erneuten Lesen fühlte es sich runder an – so abgeschlossen, wie ich wollte.
 
Ich habe oft Themen, die zueinander passen und so hatte ich ein paar Tage später einen Kunden bei mir sitzen, der von einem Eklat mit einem Kollegen erzählte. Zuerst endete die Erzählung mit einem abgeklärten: “Ich brauche das auch gar nicht, dass er sich entschuldigt.” Und dann folgte aus tiefem Herzen etwas wie: „Doch, er soll angekrochen kommen!!!“
Da haben wir das auch gleich mal ausprobiert. Wie funktioniert’s? Du brauchst einen Zettel und einen Stift, alternativ zum Beispiel ein Smartphone und eine Notizen-App und etwas Ruhe.
Stell dir vor, dass die Person dir eine Nachricht oder einen Brief schreibt und beginne mit „Liebe“ oder „Lieber“ und deinem Vornamen. Bei mir wäre das also „Liebe Janina“.
Dann stell dir vor, dass die Person dir eine liebevolle oder freundliche Nachricht schreibt und sich bei dir entschuldigt und schreibe dazu ein paar Sätze.
Beende den Text mit „Dein“ oder „Deine“ und mit dem Namen der Person und dahinter noch mit dir selbst.
Lies dir die Nachricht laut vor – und fühle dabei die Entschuldigung.
 
Ich bin gespannt, ob das bei dir funktioniert! Mein Kunde fand die Methode auf jeden Fall so gut, dass er mich gebeten hat, eine Podcastfolge dazu aufzunehmen, damit auch du die Möglichkeit hast, das anzuhören.
 
Vielleicht willst du ja etwas anderes im Moment als eine Entschuldigung. Überleg dir doch mal, was du gern von anderen hättest – und wie du dir das selbst geben kannst!
 
Viel Spaß beim Entdecken und Ausprobieren!
 
Be happy & be light
 
Deine Janina
 
 

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