Ich habe mich für ein kleines Restaurant am Ufer entschieden. Irgendwie gefällt mir die Atmosphäre hier besser als ein paar hundert Meter weiter. Beinahe hätte ich mich da in einen Strandkorb gesetzt, dann hat es mich aber hierhin gezogen. Hier ist es wesentlich leiser und weniger trubelig. 
Und mit Entzücken habe ich entdeckt, dass es nicht nur Sitzplätze auf der Wiese gibt, sondern direkt dahinter, auf einer Art schwimmenden Terrasse (wie auch immer der Fachausdruck dafür ist ;)). Jetzt sitze ich ganz alleine hier, mit direktem Blick auf’s Wasser, mit einer Cola vor mir und warte auf mein bestelltes Mittagessen.
Da mein Freund einen Termin hat und ich nicht weiß, wie lange das dauert, weiß ich auch nicht, wie lange Zeit ich hier habe. Weit entfernen geht nicht, ich will es aber auch nicht interpretieren in „wie lang ich warten muss“. Mein erster Impuls ist es, in meinen Rucksack zu greifen und mein Notebook rauszuholen. Endlich meine nächste Podcastfolge entwerfen. Oder: produktiv sein.
Mein zweiter Impuls ist es, das Kicker-Sonderheft rauszukramen, damit ich auch ordentlich aufs EM-Tippspiel vorbereitet bin.
Doch dann halte ich inne. Ich könnte doch auch einfach nur hier sitzen. Aufs Wasser gucken. Und nichts machen. Außer sitzen, atmen, gucken und manchmal an der Cola nippen.
Und ich merke, wie ich mich entspanne …
Für viele von uns ist Nichtstun echt nicht einfach. Und wir wissen oft auch nicht, wie das geht – deshalb thematisiere ich das gern auch mit meinen Kunden. Nie werde ich vergessen, dass mich ein Kunde mal gefragt hat: „Aber Frau Pernsot, wie machen Sie das denn? Was MACHEN Sie denn, wenn Sie nichts machen?”
Versteh mich nicht falsch – auch für mich ist das gar nicht immer so einfach. Ich bin lebhaft, ich mag Effizienz und ich schaffe gerne einiges oder erlebe gerne viel. Und irgendwas in uns will uns auch gerne davon abhalten, von dem Nichtstun. 
Nach ein paar Momenten nichts-tun-genießen sagt irgendwas in mir: „Boah, das wär doch echt eine gute neue Podcastfolge! Beschreiben, wie du hier nichts tust!“ Und einige Sekunden später: „Noch besser!!! Das gehört doch auch in dein Buch! Damit kannst du doch anfangen, das zu schreiben. Hier sind die ersten Sätze! Leg besser direkt los! So kommst du bestimmt endlich in deinen ersehnten Schreibfluss!“
Und beinahe falle ich drauf rein, beinahe verfalle ich wieder in Betriebsamkeit. Gerade noch fällt mir auf, was ich machen will und nehme die Hand wieder vom Rucksack, die schon nach dem Notebook greifen wollte. 
Und dann: sitze ich wieder einfach nur da und gucke …
Was ist Nichtstun nicht:
  • rumgammeln und sich dafür über sich selbst ärgern
  • vorm Fernseher hängen und sich eine Serie nach der anderen reinziehen
  • Sachen nicht erledigt bekommen und vor sich herschieben
  • jegliche Art von Input, den wir von außen bekommen, also lesen, Hörbuch hören, Radio, Fernsehen, Netflix ….
Was für mich im Alltag ganz gut funktioniert, ist: gehen und sonst nichts tun … Dabei hilft es mir, einige wenige verschiedene Runden zu nutzen – dann muss ich nicht über den Weg nachdenken und sehe auch nicht total viel Neues … Das funktioniert für mich alleine oder – wenn wir nicht vielen Leuten bzw. anderen Hunden begegnen – mit meinem Hund. Und ohne Handy … (also auch nicht mit „mal kurz ein Foto machen“ oder schlimmer noch, das Foto dann noch auf Social Media posten).
Ich geb zu, das ist mit Gehen verbunden … Aber der Input von außen ist hierbei auch reduziert.
Ansonsten fällt mir das leichter, wenn ich NICHT zu Hause bin. Im Sommer geht’s manchmal noch, wenn ich die Möglichkeit habe, mich alleine in den Garten zu setzen. Aber die Ablenkung zu Hause ist doch schnell gegeben …
Leichter fällt es mir woanders. Für mich funktioniert die Kaffee-Variante. Also im Café mit einem Getränk sitzen. 
Richtig leicht fällt es mir, wenn ich verreist bin. Ich bin mittlerweile so viel gereist, dass ich herausgefunden habe, wie ich gerne reise und andere Eindrücke erlebe: Oft einfach treiben lassen, meiner Intuition folgen und sehr entspannt damit umgehen anstatt für eine Reizüberflutung zu sorgen…
Und da fällt es mir dann auch leicht, einfach mal abzuschalten. 
Besonders gut hat es 2020 in Miami geklappt. Da ich da den Lockdown miterlebt habe, gab es wirklich nicht viel zu tun. Die meisten Möglichkeiten waren einfach ausgeknipst. Ich habe so oft eine Stunde lang einfach irgendwo gesessen und aufs Wasser geguckt. Ohne Druck, ohne dieses „etwas erleben müssen“. 
Für mich ist Nichtstun Erholung pur. Mir hilft das richtig, runterzukommen und wieder bei mir anzukommen. Und führt zu viel Klarheit. Ich merke das auch immer wieder, dass ich dadurch eher Zugang zu meiner kreativen Seite habe …
Und das ist für mich auch die Basis, Klarheit zu erlangen: was will ich? was brauche ich?
Oder, wie ich das auch nenne, „meinen inneren Beat zu fühlen“.
Ich wünsche dir ganz viel Mut und Durchhaltevermögen, einfach mal nichts zu machen!!
Be happy and be light
Deine Janina
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