Gestern Abend habe ich mich mit einer angehenden Führungskraft unterhalten und mich an dieses Thema erinnert: den Beschäftigungswahn …
 
Einigen von euch mag er fremd sein, andere kennen ihn wahrscheinlich allzu gut: hohes Leistungsniveau und Nicht-abschalten-können.
Oft ist uns das auch erstmal gar nicht bewusst, diese Rastlosigkeit und dieses Dauernd-etwas-schaffen-wollen. Schließlich wollen wir produktiv sein und nicht nur faul rumliegen …
 
Ich kenne den Beschäftigungswahn aus einigen Phasen meines Lebens.
Zum Beispiel als angestellte Unternehmensberaterin, wenn die Woche oft krass unterteilt war in 1. Arbeitswoche und 2. Wochenende. Wenn du die ganze Zeit während der Woche verreist bist, oft von Montags ziemlich früh und du erst Freitagsnachmittags oder abends nach Hause kommst, versuchst du in das bisschen Privatleben einiges reinzustopfen. Ich erinnere mich noch daran, als ich gerade angefangen hatte: Da lag ich Freitagsabends für ein Nickerchen erschöpft im Bett, wollte so viel machen, Freunde sehen, meinen damaligen Freund – und eigentlich war ich nur müde und wollte meine Ruhe. Die habe ich mir da oft nicht gegönnt …
 
Oder auch zu Beginn meiner Selbstständigkeit: Da hatte ich einen großen Auftrag angenommen und hab abends noch Vorlesungen gehalten. Das war oft mit mehreren hundert Kilometern Autofahrt verbunden. An einem Mittwochabend habe ich meinen „Flummistatus“ wahrgenommen: WAS MACH ICH JETZT? WAS MACH ICH JETZT? Und hab gleichzeitig gemerkt, dass ich irgendwie müde war. Warum nur? Nach ein bisschen Rechnerei hab ich festgestellt: Oh, ich hab schon 40 Stunden gearbeitet. Seit Montagmorgen …
 
Ohne darauf zu achten machen wir vielleicht einfach weiter. Fühlen uns produktiv.
Oder sind vielleicht auch ein bisschen unzufrieden, wenn wir langsamer sind, als erwartet.
 
Signale erkennen:
Du findest bestimmt irgendwelche Signale heraus, die dir helfen, zu erkennen, dass du auf (zu) hoher Taktung läufst. Ich erwische mich manchmal dabei, dass ich hektisch auf meinem Smartphone hin und hertippe und Apps mehrfach hintereinander aufrufe (z. B. Social Media).  Das ist bei mir oft ein Zeichen für diese Rastlosigkeit bzw. dass ich gerade im Beschäftigungswahn bin.
 
Weitere mögliche Zeichen können sein:
  • Du kannst nicht stillsitzen.
  • Die Vorstellung, eine halbe Stunde offline irgendwo am See zu sitzen und aufs Wasser zu gucken, bereitet dir Unbehagen.
  • Du bist ein bisschen stolz darauf, dass DU so viel produktiver bist als alle anderen und nicht so „faul“.
  • Wenn du ins Bett gehst, wünschst du dir, dass schon der nächste Morgen ist, damit du weitermachen kannst – ist ja noch so viel zu tun.
  • Wenn du im Bett liegst, zählst du keine Schäfchen, sondern schreibst imaginäre To-do-Listen. Oder, ohje, du greifst dir immer wieder dein Handy, um tatsächlich To-dos aufzuschreiben.
  • Das andere Extrem: Du willst dich nur kurz hinsetzen oder ferngucken und zack, bist du eingeschlafen.
 
Wie kannst du mit deinem Beschäftigungswahn umgehen?
Wie bei den meisten Themen, die ich hier anspreche, ist es auch beim Rastlos-sein wichtig, dass dir das erstmal bewusst wird. Vielleicht hast du dich in meinen Beispielen irgendwie wiedererkannt.
 
Ich beschreibe das gern so:
Wenn wir auf einer Art hohen Leistungstaktung sind, dann kommen wir da nur ganz schwer runter. Von da direkt in Ruhe zu kommen, bedarf einer hohen Disziplin bzw. einem großen Wunsch, diese Taktung zu verlassen. Teilweise sind unsere Jobs so gestaltet, dass wir auf hohem Empfang von Infos und auf fast maschinenartigem Leistungsniveau laufen. Teilweise haben wir uns das aber auch selbst angewöhnt, zum Beispiel, in dem wir bewusst dauernd Nachrichten und Impulse von außen empfangen.
 
Kann ich nicht einfach so weitermachen?
Wir sind halt keine Maschinen. Das ignorieren wir gern erstmal und tun so, als ob wir uns einfach einen neuen Körper kaufen können. Irgendwie geht’s halt erstmal so weiter, wenn wir unserem Körper keine Ruhe gönnen, beim einen länger als beim anderen.
Bis der Körper zur Notbremse greift: Burnout, Depression, absolutes Ausgeknockt-sein, bis hin zu chronischen Erkrankungen oder anderen Arten, wie unser Körper dann doch mal deutlicher wird.
Ich habe schon viele Kunden kennen gelernt, die danach angefangen haben, sich deutlich mehr mit sich und ihrem Körper auseinanderzusetzen. Genauso habe ich aber, zum Beispiel im Unternehmenskontext, schon häufig solche Gespräche geführt: „Nein, es ist NICHT normal, wenn Sie von der Arbeit nach Hause kommen und erstmal drei Stunden schlafen müssen.“ Genauso wenig wie Stresszittern von Armen und Beinen oder immer wieder aufzuwachen (nicht ausnahmsweise sondern jede Nacht), weil Jobthemen so stressen. Das wäre natürlich Worst-Case, wenn es bei dir schon so weit ist – und manchmal ist es auch schon zu spät, damit anzufangen, jetzt deinen Beat herauszufinden und auf dich zu hören. Manchmal ist es dann einfach so weit, dass erstmal ein Arztbesuch fällig wäre.
 
Also: ja klar kannst du so weitermachen, ist nicht verboten 😉 Aber deinen inneren Beat herauszufinden, während du wie eine Maschine leistest, ist nicht wahrscheinlich.
 
Vielleicht möchtest du es aber auch ändern? Ich wünsch dir viel Spaß beim Herausfinden!
 
Be happy & be light
 
Deine Janina
 
P.S.: Hast du weitere Fragen zum Thema? Anmerkungen? Ideen? Schreib mir gern- Vielleicht nehme ich das dann sogar noch in mein Buch auf, das ich gerade schreibe: „Fühl deinen inneren Beat“.
 

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