Wer mich schon länger kennt, weiß, dass ich ein großer Fan von Byron Katie und „The Work“ bin.
Eins meiner Lieblingszitate von ihr ist:
„Mein Name ist „Ja“. Ich liebe es, auf diese Weise zu leben. Ich sage Ja zu allem. Wenn du mich beispielsweise bittest, etwas für dich zu tun, und ich will das, dann sage ich Ja. Wenn ich es nicht will, sage ich Nein – und damit sage ich Ja zu mir selbst. Ich lebe als ein inneres Ja, weil ich etwas in meinem Inneren anerkenne, das nichts mit dir zu tun hat.“
 
Oft im Leben haben wir das Bedürfnis uns zu rechtfertigen: sei es im Job oder auch privat. Sogar, wenn es dabei um unser Eigentum geht oder der andere gerade so richtig unsere Grenzen überschreitet.
Woran liegt das eigentlich?
Wir haben das Gefühl uns entschuldigen zu müssen. Wollen nicht anecken, nicht als schwierig gelten. Wollen, dass der andere uns trotzdem mag bzw. die Beziehung zu ihm nicht verschlechtern. Deshalb liegt uns eine Rechtfertigung oder gar eine Entschuldigung schnell auf der Zunge.
 
Dazu möchte ich euch ein Erlebnis erzählen, dass ich nachhaltig beeindruckend fand und das ein richtig gutes Beispiel dafür ist, wie wir auch mit Grenzen umgehen können:
 
Ich war im Naturpark-Schwalm-Nette zu einer so genannten Lama-Wanderung angemeldet, also ein Spazierengehen mit Lamas an der Leine. Während der Wanderung wurde uns auch einiges zu den Lamas erzählt, unter anderem wie schreckhaft sie sind, dass wir sie nicht einfach berühren dürften und wie empfindlich sie sind.
Irgendwann haben wir eine Rast gemacht und die Lamas waren ein Stück von uns entfernt angebunden.
Plötzlich fuhr ein Auto vorbei, wurde langsamer und fuhr zurück. Offensichtlich hatte die Familie im Auto die Lamas gesehen. Sie hielten an und stiegen aus. Der Familienvater ging besonders forsch los und die ganze Familie näherte sich den Lamas. Die Lama-Besitzerin bat den Mann freundlich, dies nicht zu tun und Abstand zu halten.
Er wurde unfreundlich und fragte frech: “Warum??!”
Sie sagte ganz ruhig: “Weil ich das nicht möchte:”
Nicht mehr und nicht weniger.
Die Familie ist dann artig zurück zum Auto gegangen und weggefahren.
 
So einfach kann es funktionieren?
Ja, genau – aber die Art und Weise, wie sie ihre Haltung gezeigt hat, war hier entscheidend:
Ihre Aussage war klar vorgetragen, nicht unsicher oder fragend. Sie stand hinter ihrer Meinung und es war offensichtlich, dass es keine Möglichkeit zu einer Diskussion gab. Und sie ist ruhig geblieben.
Es gab keinen Grund, dass sie sich gerechtfertigt hätte: Sie als Besitzerin kann entscheiden, ob sich andere Leute ihren Tieren nähern. 
 
In manchen Situationen ist es also schneller, effizienter und ganz einfach, klar seine Meinung zu sagen – ohne sich zu rechtfertigen.
 
Ich wünsche dir viel Spaß dabei deine eigenen Grenzen zu entdecken und sie klar und freundlich zu äußern.
 
Be happy & be light
 
Deine Janina